Die Fugger 2: Charmante Wirtschaftssimulation aus Deutschland

Die Fugger 2 (1996): Eine rundenbasierte Handelssimulation mit viel historischem Flair.

Kronsbach, Lauenburg, Finsterwalde — diese Städtenamen katapultieren mich sofort zurück ins Jahr 1996. Damals brachte das deutsche Studio Sunflowers die historische Handelssimulation „Die Fugger 2“ heraus. Ein Spiel, das mich viele Monate nicht losließ.

Das Fürstentum Mittelland besteht aus den Grafschaften Auental, Bergenhöh und Mooringen mit jeweils drei Städten.

Selbst heute läuft Die Fugger 2 noch — der DOSBox sei Dank (Anleitung) — und macht mir immer noch viel Spaß. Das Spielprinzip ist einfach: Geld en masse verdienen und den Widersachern ein Schnippchen schlagen. Der Spieler startet als ein verarmter Nachfahre der bekannten Augsbuger Handelsfamilie und hält sich zunächst mühselig mit dem Verkauf von Korn oder Wolle über Wasser.

Das Kontor ist der Hauptbildschirm. Dort lässt sich alles regeln; sogar das Geld zum Fenster hinauswerfen.

Das Kontor ist der Hauptbildschirm. Dort lässt sich alles regeln; sogar das Geld zum Fenster hinauswerfen.

Stück für Stück mehrt er das Vermögen und steigt gleichsam im Ansehen der Mitbüger. Relativ schnell steigt man zum Bürger auf und darf sich auch um Ämter bewerben. Dabei entscheidet man sich zwischen der weltlichen oder kirchlichen Laufbahn und kann es bis zum Regenten oder Erzbischof bringen.

Das Spielziel legt der Spieler über die beiliegenden Auftragskarten fest, die in leicht, mittel und schwer unterteilt sind. Auf jeder Karte ist ein Auftrag und ein Zahlencode vermerkt. Letzteren gibt man direkt zum Spielstart ein. Die schwierigsten Aufträge sind etwa, riesige Geldsummen bei Überfällen zu erbeuten, sieben Städte erfolgreich zu belagern oder sieben Jahre lang Erzbischof zu bleiben. Reiner finanzieller Erfolg ist unabdingbar, dennoch meist nicht vorrangiges Spielziel.

Anfangs schert man Wolle oder erntet Korn, später darf man mit teuren Gewürzen handeln.

Neben Handel und Postengeschacher muss man heiraten und Nachwuchs zeugen (wichtig um weiterspielen zu können), sich durch Ablässe von Sünden freikaufen (nur noch dieser letzte Raubzug!), Feste ausrichten, Spenden, Bauwerke stiften oder Amtsträger bestechen. Der Gegner lässt sich ausspionieren, anschwärzen, überfallen — oder man fordert ihn gar zum Duell heraus. Seine Transporte durchs Fürstentum sichert man am besten durch Söldner, mit denen sich auch ganze Räuberlager ausradieren lassen. Wenn man glaubt alles unter Kontrolle zu haben, streut das Spiel Brände oder Seuchen ein.

256 oder 32768 Farben? Grafikoptionen anno 1996.

256 oder 32768 Farben? Grafikoptionen anno 1996.

Ich habe die Fugger 2 geliebt. Das lag vor allem an der einfachen Zugänglichkeit — die komplexen und vielfältigen Aktionen sind intuitiv ins Spiel integriert. Wenige Klicks in den hübsch gemalten Aktionsbildschirmen füllen das Spiel mit Leben und lassen das Kopfkino anspringen. Kurz nach dem Spielstart saß ich plötzlich nicht mehr vor dem flimmernden 14-Zoll-Display Anno 1996, sondern führte das Erbe der Fugger-Dynastie im 17. Jahrhundert fort.

Ein grandioses Spiel mit jeder Menge Charme, das auch noch heute meine volle Empfehlung bekommt!

2 thoughts on “Die Fugger 2: Charmante Wirtschaftssimulation aus Deutschland

  1. Tom

    Oh, das Spiel war eines meiner Lieblingsspiele damals! Muss ich gleich mal wieder rauskramen. Läuft das eigentlich unter Windows 8?

    PS: Coole Seite!

  2. Martin

    Danke für das Lob!

    Ja, läuft auch unter Windows 8, aber du brauchst du DOSBox. Habe dazu eine Kurzanleitung geschrieben, siehe: http://justretro.de/kurzanleitung-zur-dosbox-so-laufen-dos-spiele-unter-windows-8-1/

    Viele Grüße!

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